Zum Inhalt

Implikation und Äquivalenz

Implikation (⟹)

Die Implikation \(A \Rightarrow B\) („aus \(A\) folgt \(B\)", „wenn \(A\), dann \(B\)") ist nur dann falsch, wenn \(A\) wahr und \(B\) falsch ist.

\(A\) \(B\) \(A \Rightarrow B\)
w w w
w f f
f w w
f f w

Zentrale Beobachtung: Ist die Voraussetzung \(A\) falsch, ist die Implikation immer wahr – unabhängig von \(B\). Diese Konvention heißt ex falso quodlibet.

Beispiel. „Wenn \(n\) durch 6 teilbar ist, dann ist \(n\) durch 3 teilbar." → Für \(n = 12\): wahr ⟹ wahr = wahr. Für \(n = 5\): falsch ⟹ falsch = wahr.

Äquivalenz zu ¬A ∨ B

Die Implikation \(A \Rightarrow B\) ist logisch äquivalent zur Disjunktion \(\neg A \lor B\):

\[ (A \Rightarrow B) \iff (\neg A \lor B) \]
\(A\) \(B\) \(\neg A\) \(\neg A \lor B\) \(A \Rightarrow B\)
w w f w w
w f f f f
f w w w w
f f w w w

Die Spalten stimmen überein. Das bedeutet: „Wenn \(A\), dann \(B\)" sagt dasselbe wie „\(A\) ist falsch oder \(B\) ist wahr".

Kontraposition

Die Kontraposition einer Implikation \(A \Rightarrow B\) ist \(\neg B \Rightarrow \neg A\). Beide sind logisch äquivalent:

\[ (A \Rightarrow B) \iff (\neg B \Rightarrow \neg A) \]

Beispiel. „Wenn \(n^2\) gerade ist, dann ist \(n\) gerade." Die Kontraposition lautet: „Wenn \(n\) ungerade ist, dann ist \(n^2\) ungerade." Beide Aussagen sind gleichwertig.

Die Kontraposition ist ein häufig genutztes Beweismittel: Statt \(A \Rightarrow B\) direkt zu zeigen, zeigt man \(\neg B \Rightarrow \neg A\).

Umkehrung

Die Umkehrung von \(A \Rightarrow B\) ist \(B \Rightarrow A\). Die Umkehrung ist nicht automatisch äquivalent zur Originalaussage.

Beispiel. „Wenn \(n\) durch 6 teilbar ist, dann ist \(n\) durch 3 teilbar." → wahr. Umkehrung: „Wenn \(n\) durch 3 teilbar ist, dann ist \(n\) durch 6 teilbar." → falsch (\(n = 9\)).

Äquivalenz (⟺)

Die Äquivalenz \(A \Leftrightarrow B\) („\(A\) genau dann, wenn \(B\)") ist wahr, wenn beide Aussagen denselben Wahrheitswert haben:

\(A\) \(B\) \(A \Leftrightarrow B\)
w w w
w f f
f w f
f f w

Die Äquivalenz entspricht der Konjunktion beider Richtungen:

\[ (A \Leftrightarrow B) \iff (A \Rightarrow B) \land (B \Rightarrow A) \]

Beispiel.\(n\) ist gerade \(\Leftrightarrow\) \(n^2\) ist gerade." Beide Richtungen gelten, also liegt Äquivalenz vor.


Zusammenfassung

Verknüpfung Symbol Bedeutung
Implikation \(A \Rightarrow B\) „wenn \(A\), dann \(B\)"; äquivalent zu \(\neg A \lor B\)
Kontraposition \(\neg B \Rightarrow \neg A\) äquivalent zu \(A \Rightarrow B\)
Umkehrung \(B \Rightarrow A\) nicht äquivalent zu \(A \Rightarrow B\)
Äquivalenz \(A \Leftrightarrow B\) beide Richtungen gelten

Quellen

  • Ebbinghaus, H.-D.; Flum, J.; Thomas, W.: Einführung in die mathematische Logik. Springer, 6. Auflage, 2018. Kapitel 1.
  • Velleman, Daniel J.: How to Prove It. Cambridge University Press, 3. Auflage, 2019. Kapitel 2.